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Medientraining - Sieben Grundregeln für öffentliche Auftritte

Dieser Beitrag sensibilisiert für die Dos und Don’ts bei Ihren Auftritten vor Mikrofon und Kamera. Die Grundregeln für öffentliche Auftritte* helfen Ihnen, auf externen Bühnen eine gute Figur zu machen. Diese Basics geben Ihnen Orientierung bei Statements, in Sach- und Stress-Interviews, bei Video-Botschaften oder in Diskussionsrunden und Talkshows. (Weiterführende Links s.u.)

 

Was Sie beim nächsten Auftritt mindestens beachten sollten:

 

1. Ihre Stimmung beeinflusst Ihren Sympathiewert

 

Ihre innere Einstellung ist der Dreh- und Angelpunkt für Ihre Ausstrahlung und Wirkung. Nehmen Sie sich vor Ihrem Auftritt einige Minuten, in denen Sie sich positiv einstimmen. Denken Sie zum Beispiel an gelungene Auftritte aus der Vergangenheit. Machen Sie sich Ihre persönlichen Stärken bewusst. Sagen Sie sich Ihre Kernbotschaften halblaut vor. All dies erleichtert es Ihnen, mit Auftrittsfreude vor die Kamera zu treten. Bedenken Sie: Ihre Stimmung beeinflusst ganz wesentlich Ihre körpersprachliche Wirkung und die Wärmetönung Ihrer Stimme.

 

2. Ihre Persönlichkeit wirkt stärker als Worte

 

Bei Ihren Auftritten senden Sie immer auch informationsbegleitende Botschaften. Diese werden 'unterschwellig' vermittelt vor allem über Ihre Körpersprache, Stimme und Ihr interaktives Verhalten sowie über Ihre Kleidung und den visuellen (und ggf. auditiven) Hintergrund. Diese Faktoren entscheiden maßgeblich darüber, inwieweit Sie aus der Sicht der Zuhörer authentisch, glaubwürdig und sympathisch wahrgenommen werden. Die Personalisierung kommt einem Wunsch der Zuhörer entgegen: Sie möchten wissen, mit wem sie es zu tun haben, und interessieren sich an erster Stelle für die Persönlichkeit des Vortragenden und erst an zweiter Stelle für die Inhalte.

 

Hinzu kommt, dass die Zuhörer während Ihres Auftritts keinen Faktencheck Ihrer Argumente machen können. Sie fragen sich im Zweifel, ob sie dem Menschen vertrauen kann, der die Worte sagt, also Ihnen. Wie wichtig die ‚weichen Faktoren‘ für Ihre Akzeptanz beim Publikum sind, zeigt sich an der zugespitzten Maxime für mediale Performance: Wer sympathisch wirkt hat Recht. 

 

Ich rate Ihnen, so aufzutreten, dass man später über Sie eine gute Geschichte erzählen kann. 

 

3. Eine einfache und anschauliche Sprache ist das Erfolgsrezept

 

Für die mündliche Kommunikation gilt der Satz: „Was nicht sofort verstanden wird, wird nie verstanden!“ Verständlich sprechen heißt, hirngerecht zu kommunizieren, also so, dass der Zuhörer gerne zuhört und die Inhalte leicht verarbeiten und speichern kann. Sprechen Sie daher in einfachen Sätzen. Vermeiden Sie Fachsprache, Fremdwörter, Abkürzungen und Anglizismen. Das gesprochene Wort sollte nicht nach Schriftsprache klingen sondern alltagssprachlich und natürlich. Sie verankern Ihre Botschaften im Kopf der Zuhörer, wenn Sie abstrakte Inhalte durch Beispiele und Bilder konkretisieren.

 

Für die Länge eines Satzes gilt die drei Sekunden-Faustregel. Ihr Zuhörer braucht spätestens nach drei Sekunden eine Unterbrechung: eine kleine Pause oder ein hörbares Senken der Stimme am Satzende. Sonst verliert er den Überblick und schaltet ab. Wer ohne Punkt und Komma redet, überschreitet diesen Zeitrahmen.

 

4. Ihre Begeisterung ist der stärkste Wirkfaktor

 

Sie fühlen sich bei externen Auftritten am besten und haben aus Sicht der Zuhörer die stärkste Ausstrahlung, wenn Sie über ein Thema sprechen, für das Sie sich begeistern. Zum Beispiel eine außergewöhnliche Idee, eine mutige Zukunftsvision oder ein innovatives Produkt. Setzen Sie beim Vortragen und Argumentieren auf plastische Beispiele, emotionale Geschichten und Analogien, um die Inhalte emotional aufzuladen. Das machtvolle rhetorische Stilmittel ‚Storytelling‘ hat sich bei TED-Talks rund um den Globus 1000fach bewährt (Literaturhinweis s.u.).

 

5. Trainieren Sie Ihr Zeitgefühl

 

Der Grenznutzen wird immer kleiner, je länger Sie sprechen. Trainieren Sie daher Ihr Zeitgefühl. Drei Argumente sprechen gegen zu lange Redebeiträge: Ihr Sympathiewert sinkt, Sie bauen viele Angriffsflächen auf und Sie überfordern die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer.  Arbeiten Sie daran, Ihre Position knapp und klar auf den Punkt zu bringen. In 30 bis 40 Sekunden. Das ist etwa die Länge des Elevator Pitch Das beste Werkzeug zur wirkungsvollen und souveränen Argumentation ist die Fünfsatztechnik. Sie beinhaltet gedankliche Baupläne zur zielgerichteten und strukturierten Beweisführung. Mit und ohne Vorbereitung. (Links dazu siehe unten)

 

6. Halten Sie Argumentations-Module zu den gängigen Themen bereit

 

Argumentations-Module sind kurze, vorbereitete Statements zu den Schlüsselfragen, die aktuell auf der Agenda stehen und die in Diskussionen thematisiert werden können. Je engmaschiger das Netz vorbereiteter kurzer Argumentationen ist, umso besser sind Sie für Ihre Auftritte gewappnet. Insbesondere wenn Sie in Rede und Gegenrede gefordert sind. Sorgen Sie dafür, dass diese Argumentationsmodule immer auf dem neuesten Stand sind.

 

Chancen eines Medientrainings – Keine Kunst ohne Übung

 

In unseren Medientrainings lernen Sie, diese Grundregeln anhand eines validierten Programms einzuüben. Darüber hinaus vermitteln wir das rhetorische und dialektische Rüstzeug, um in Stress-Interviews, Podiumsdiskussionen und Talkshows sowie beim Public Speaking souverän und mit einem guten Gefühl zu agieren. Sie trainieren durchgängig anhand aktueller Themen, die für Ihre öffentlichen Auftritte und die Außenwirkung Ihres Unternehmens von Bedeutung sind. Bei den Lernmethoden stehen Praxissimulationen mit kameragestütztem Feedback im Mittelpunkt. Dadurch können Sie Ihre Stärken und Verbesserungspotenziale besser einzuschätzen und gezielt Fortschritte machen.

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*Hinweis: Die Basic Skills sind eine Weiterentwicklung der „Sechs Gebote für TV-Auftritte“, die Ulrich Kienzle in unseren gemeinsamen Medientrainings den gecoachten Vorständen und Sprechern vermittelt.

 

 

Weiterführende Informationen:

 

Details zum Medientraining und Coaching unter www.coaching-at.de

Ratgeber zu Thema „Auftritte in Funk und Fernsehen“:

  • Anderson, C.:TED Talks: Die Kunst der öffentlichen Rede. Das offizielle Handbuch. https://amzn.to/2EUBQlZ
  • Youtube-Video: Anderson, C.: TED's secret to great public speaking.  
    https://bit.ly/1Wgd8OT
  • Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. Auflage
    https://amzn.to/2MhqApS
  • Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. dtv https://amzn.to/2GtIsKi
  • Hörbuch – Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. https://amzn.to/2GtIsKi
  • Online-Videotraining – Thiele, A.: Argumentieren und Überzeugen (Pinkuniversity)
    Seit Nov. 2018 auch in Englisch verfügbar: Titel: Justification and Persuasion Techniques)
    https://www.pinkuniversity.de/ (Hinweis: Pinkuniversity bietet hochwertige Online-Videos für die nachhaltige Entwicklung von Fach- und Führungskräften in Unternehmen)

 

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Interesse an einem Medientraining oder an einem Rhetorik- und Argumentationscoachings haben!


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Tel.: 0211-154688
Mobil: 0172-206-8438

 

 

Argumente auf den Punkt bringen - Die Fünfsatztechnik

Wie denkst Du über ‚Fridays for Future‘? Was hältst Du von dem Rezo-Video mit der massiven Kritik an der CDU/CSU? Wie stehst Du zum Dieselfahrverbot in Großstädten? Es ist nicht leicht, auf diese Fragen aus dem Stand zu reagieren. Die Schwierigkeit besteht darin, dass einem 1000 Gedanken durch den Kopf gehen, die man auf die Schnelle nicht geordnet bekommt.

Es fehlt ein Konzept, um seinen Standpunkt strukturiert und zielgerichtet zu formulieren. Ich stelle Ihnen im Folgenden eine leicht umsetzbare Technik vor, mit der Sie Ihre Botschaften auf den Punkt bringen können: Die Fünfsatztechnik. Sie ist sowohl anwendbar, wenn Sie aus dem Stegreif argumentieren als auch bei der Vorbereitung von Statements.

 

Was bedeutet „Fünfsatz“?


Fünfsätze sind gedankliche Baupläne für zielgerichtetes Argumentieren. Sie sind darauf gerichtet, die eigene Meinung oder relevante Teilaspekte in fünf Schritten kurz, logisch und zielführend zu vermitteln. Je nach Anlass und Situation stehen verschiedene Fünfsatzmodelle zur Verfügung. Alle gehen auf ein Grundschema zurück, mit dem ich Sie nun vertraut machen möchte.

Jeder Fünfsatz enthält die Phasen: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Diese lassen sich mit Hilfe der fünf Finger der Hand einprägsam beschreiben:

 

Der Daumen steht für die Einleitung, für den situativen Einstieg. Die mittleren Finger symbolisieren drei argumentative Schritte. Dies ist das Kernstück der Argumentation. Mit dem letzten Finger bringen Sie Ihre Meinung auf den Punkt. Dies ist der Zwecksatz oder das Fazit Ihrer Argumentation.

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Hinweis

Der Begriff Fünf-„Satz“ ist missverständlich: Denn jeder der fünf Argumentationsschritte besteht in der Regel aus mehreren Sätzen. Daher sprechen wir im Folgenden von Schritt oder Phase.

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 So funktionieren die fünf Schritte:

Schritt 1: Der situative Einstieg:
Je nach Situation, Kontext und Ihrer persönlichen Zielsetzung gibt es verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Bei der agierenden Strategie bemühen Sie sich aktiv um das Wort, um Ihre Argumentation einzubringen. Dies kann dadurch motiviert sein, dass die Diskussion in eine - aus Ihrer Sicht - falsche Richtung läuft, dass Sie ein Argument der Gegenseite auf Tragfähigkeit hin prüfen wollen oder dass Sie einen neuen Aspekt in die Diskussion einführen möchten. Um ans Wort zu kommen, können Sie sich zum Beispiel durch Handzeichen bemerkbar machen, direkt bei einem Schlüsselwort Ihres Gesprächspartners einhaken oder die Pause zu Ende eines anderen Wortbeitrags nutzen. Das hört sich dann etwa so an:

-        „Ich möchte noch einen anderen Punkt ansprechen, der mir sehr wichtig ist…“

-        „Ihr Stichwort „Klimawandel‘ nehme ich gern auf, Herr Müller…“

-        „Mir ist ein Aspekt ganz wichtig, der noch gar nicht zur Sprache gekommen ist, nämlich die Meinungsfreiheit, die ja im Grundgesetz - durch Artikel 5 - gesichert ist.“

 

Bei der reagierenden Strategie beantworten Sie eine Frage Ihres Gesprächspartners oder kontern ein Gegenargument oder einen kritischen Einwand Ihres Gegenübers. Formulierungsbeispiele: „Sie fragen, ob ich meinen Kindern erlauben würde, an diesen Aktionen für den Klimaschutz teilzunehmen. Ich sage ganz klar: Während der Schulzeit nicht…“; „Ich kann Ihre Bedenken nachvollziehen. Trotzdem stehe ich zu 100 Prozent hinter dieser Art von Youtube-Statements …“; „Herr Schumann, Sie fragen zu Recht nach Alternativen zum Dieselfahrverbot. Meine Position sieht so aus …“ Nach diesen Sätzen schließen Sie Ihre Begründung an.

 

Aus taktischen Gründen kann es ratsam sein, sich in der Einstiegsphase klar zu positionieren oder die eigene Meinung zurückzustellen.
Mein Tipp: Eine klare Position Pro oder Contra sollten Sie nur vertreten, wenn Sie viel Vorwissen zum Thema haben. Wenn Sie sich bei geringer Fachkenntnis klar positionieren, laufen Sie Gefahr, dass Sie bei kritischen Fragen und Einwänden schlecht aussehen und an Glaubwürdigkeit einbüßen.  

In diesem Falle ist es ratsam, sich nicht festzulegen und durch kluge Fragen zu punkten. Sie können auch einräumen, dass Sie noch nicht zu einem abschließenden Urteil gekommen sind. Eine Variante besteht darin, einen allgemeinen Aspekt ins Spiel zu bringen, den Sie auch gegen scharfe Kritik verteidigen könnten. Etwa: „Ich finde es prinzipiell gut, dass sich junge Menschen für politische Themen engagieren und demonstrieren.“    

 

Schritte 2 bis 4: Der dreifach gegliederte Hauptteil

Dieser liefert die Belege dafür, dass Ihr Fazit, das im letzten Schritt folgt, richtig ist. Dies ist das Herzstück Ihrer Argumentation. Die mittleren Finger symbolisieren die magische Zahl „Drei“. Das heißt: Beschränken Sie sich auf maximal drei Aspekte, die Ihre Meinung stützen. Dadurch kann Ihr Zuhörer die Inhalte gut verarbeiten und Sie erhöhen die Einprägsamkeit Ihrer Argumentation.

Durch welche Beweismittel lassen sich Ihre Zuhörer aber überzeugen? Als besonders kraftvoll und erfolgversprechend haben sich vier Typen von Argumenten bewährt:
(1) Nutzenargumente; (2) Beispiele und Geschichten; (3) Zahlen, Daten, Fakten sowie
(4) Autoritäten. Details dazu finden Sie in dem Youtube-Video:
https://bit.ly/2W4XEBq, ab: 3:50 min.

Wählen Sie aus diesen Argumenten drei Punkte aus, die Ihren Zuhörer (vermutlich) am besten überzeugen und zu Ihrer Zielsetzung passen. Bleiben Sie hierbei flexibel: Sie können zum Beispiel zwei Argumente bringen und eine kurze ergänzende Geschichte oder ein Zitat einer Autorität (‚name dropping‘). Eine zweite Variante wäre etwa: ein Argument, ein Beispiel zur Veranschaulichung sowie eine eindrucksvolle Zahl. Die Reduktion auf drei Punkte soll sicherstellen, dass Sie einen einzelnen Wortbeitrag nicht überladen. Denken Sie daran: Sie haben in Gesprächen und Diskussionen Gelegenheit, Ihre TOP-Argumente auf mehrere Wortbeiträge im Gesprächsablauf zu verteilen (Siehe hierzu die u.a. weiterführenden Literaturhinweisen und Links).      

Schritt 5: Der Schluss des Fünfsatzes

Er beinhaltet die wichtigste Aussage und wird daher als Zwecksatz bezeichnet. Mit ihm wird die Kernbotschaft zugespitzt und einprägsam zusammengefasst oder verstärkt. Das Fazit ist gleichsam die ‚Kirche am Horizont‘. Die Argumentation ist der Weg zu diesem Ziel. Formulierungsbeispiele: „Und deswegen sollten die Schüler außerhalb der Schulzeit für den Klimaschutz demonstrieren“; „Mein Fazit lautet: Das Rezo-Video steht in Einklang mit der Meinungsfreiheit …“; „Und deshalb bin ich grundsätzlich gegen ein Dieselfahrverbot.“

 

Starten Sie bei der Vorbereitung eines Fünfsatzes mit dem Zwecksatz
Fragen Sie sich: Wenn ich meinen Standpunkt in einen Satz zusammenfassen müsste, was würde ich sagen? Was wäre die Quintessenz, was wäre der Kerngedanke, für den ich stehe? Dabei kann es durchaus sinnvoll sein, bei neuen und komplexen Themen die eigene Meinung in der Schwebe zu halten. Das kann sich so anhören: „Und deswegen bin ich noch nicht zu einem abschließenden Urteil gekommen.“ oder „Ich bin daher noch unschlüssig, ob ich mich Pro oder Kontra entscheiden soll.“ Nachdem Sie den Zwecksatz gefunden haben, suchen Sie nach geeigneten Argumenten und Beispielen (drei Punkte). Zuletzt überlegen Sie sich einen guten Einstieg.

 

Reden Sie sich nicht um Kopf und Kragen
Die Fünfsatztechnik íst ein Plädoyer für kurze Beiträge. Der zusätzliche Nutzen wird nämlich immer kleiner, je länger Sie reden. Lange Beiträge vergrößern die Angriffsflächen, überfordern die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer und kosten Sympathie. Ihr Gegenüber hat eben kein eingebautes Tonband, mit dem er ihre langen Ausführungen aufzeichnen könnte. Orientieren Sie sich an der Faustregel, dass Ihr Statement – von Ausnahmen abgesehen - etwa 30 bis 40 Sekunden dauern sollte. Das ist die Länge des sogenannten Elevator Pitch (
Zum Begriff: https://bit.ly/2SWffto). Diese zeitliche Vorgabe ist allerdings nicht schematisch zu sehen. Die halbe Minute ist ein arithmetisch gewichteter Durchschnittswert. In dieser Zeit können Sie mit Hilfe der Fünfsatztechnik Ihren Standpunkt überzeugend begründen.

 

Sie können den dargestellten einfachen Fünfsatz in allen Situationen anwenden, in denen Sie argumentativ gefordert sind. Darüber hinaus gibt es spezielle Fünfsatzstrukturen, die für bestimmte Ziele und Szenarien geeignet sind. Dazu gehören:

-        Die Standpunktformel. - Sie beziehen selbstbewusst und eindeutig Position Pro oder Contra. Das ist ihre große Stärke. Allerdings laufen Sie damit auch Gefahr zu polarisieren.

-        Das Pro-Contra-Schema, - Sie leiten Ihren Standpunkt durch Abwägung von Pro und Kontra ab, was Ihre Glaubwürdigkeit erhöht. Mit Hilfe dieses Fünfsatzes können Sie Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.

-        Die Problemlösungsformel. – Sie wollen Ihre Zuhörer von einem bekannten Problem und den Konsequenzen bei Nicht-Handeln zu einer Lösung führen. Entsprechend ist die Formel aufgebaut. Diese eignet am bestens für Ihre Überzeugungsarbeit.

 

Detaillierte Ausführungen dazu finden Sie in diesen Publikationen und Links:

  • Thiele, A.: Argumentieren unter Stress. 9. Auflage https://amzn.to/2MhqApS
  • Hörbuch - Thiele, A.: Argumentieren unter Stress, CD2, Track2 https://amzn.to/2GtIsKi
  • Online-Videotraining - Thiele, A.: Argumentieren und Überzeugen (Pinkuniversity)
    Seit Nov. 2018 auch in Englisch verfügbar: Titel: Justification and Persuasion Techniques) https://www.pinkuniversity.de/ (Hinweis: Pinkuniversity bietet hochwertige Online-Videos für die nachhaltige Entwicklung von Fach- und Führungskräften in Unternehmen)

Was hat Rhetorik mit dem Flugsimulator zu tun?

Ein Flugsimulator bildet die Situation im Cockpit wirklichkeitsgetreu ab. Der Pilot kann gleichsam mit dem Flieger abheben, während er am Boden bleibt in einem geschützten Raum. Egal wie viele Fehler er bei Start, Landung und während des Fluges macht, sie bleiben ohne gefährliche Konsequenzen. Er kann auf diese Weise Flugmanöver bei schwierigen Wetterlagen mit Turbulenzen und unter besonders anspruchsvollen Start- und Landevoraussetzungen trainieren. In den neusten Geräten lassen sich sogar die exakten Bedingungen eines beliebigen Flughafens dreidimensional nachstellen. Für die Effektivität des Trainings gilt: Je realitätsnäher alles ist – die Anordnung der Instrumente, das Cockpit, die Rundumsicht – umso größer sind Lern- und Transfererfolge für die Piloten.

Was das mit Rhetorik zu tun hat? Wir können analog dazu in unserem Rhetoriktraining herausfordernde Auftrittsszenarien aus Ihrem beruflichen Alltag so realistisch wie möglich simulieren. Zum Beispiel: die Abwehr persönlicher Angriffe, den Umgang mit dominanten Alphatieren oder andere anspruchsvolle Gespräche und Diskussionen. Der Coach ist Ihr Lernbegleiter und Sparringspartner in Personalunion. Er konfrontiert Sie mit Aufgaben, Szenarien und Übungen, die den realen Herausforderungen möglichst nahe kommen. Der Vorteil der Simulation: Sie können im geschützten Raum ohne Risiken und Nebenwirkungen Auftritte oder präferierte Argumentationstechniken austesten. Indem Sie aufs Ganze gehen ohne Angst vor Fehlern und deren Konsequenzen, lernen Sie die Auswirkungen real einzuschätzen. Das Ergebnis: Sie bauen Selbstzweifel ab und Selbstvertrauen auf.

Um den Erfolg des Coachings zu sichern, ist der Schwierigkeitsgrad der Übungen an die Lernvoraussetzungen, die rhetorischen Vorerfahrungen und die Stressresistenz jedes Einzelnen angepasst. Für das Selbstvertrauen ist es von unschätzbarem Wert, wenn der Lernende das rhetorische Knowhow präsent hat, bedarfsgerechte Übungen erfolgreich absolviert und währenddessen die psychologischen Mechanismen durchschaut, die dem verbalen Schlagabtausch zugrunde liegen.

Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, habe ich die wichtigsten Tipps und Tools der Rhetorik zu zehn spannenden Modulen zusammengestellt. Angelehnt an den Flugsimulator sind dies Ihre Bedienungselemente im Cockpit:

Abbildung:

Kurze Erläuterung der Module:

Die ersten beiden Module machen Sie fit darin, die eigenen Argumente auf den Punkt zu bringen, die Beweisführung strukturiert und taktisch klug aufzubauen und auch bei Stegreifbeiträgen eine gute Figur zu machen.     

Im dritten Themenfeld lernen Sie – analog zum Pilotentraining – eine Checkliste kennen, auf die Sie bei der Vorbereitung Ihres zielgerichteten und kundenorientierten Auftritts zurück greifen können.

Das vierte Modul optimiert ihren Auftritt in sprachlicher Hinsicht. Wer überzeugen will, muss seine Inhalte verständlich, anschaulich und wiedererzählbar rüberbringen. Unverzichtbar sind dabei Geschichten, konkrete Beispiele und Analogien. So wecken Sie bei Ihren Zuhörern Emotionen, verstärken dadurch die Wirkung des Erzählten und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

 

Im fünften Trainingsmodul geht es um Ihre innere und äußere Haltung. Hier liegt der Fokus auf einer glaubwürdigen und authentischen Personalisierung Ihrer Botschaften. Sie erhalten videogestütztes Feedback zu Ihrer persönlichen Wirkung – zu Körpersprache und Stimme genauso wie zum Sprechverhalten. Der Dreh- und Angelpunkt Ihrer Außenwirkung liegt in einer positiven Einstellung zu sich selbst, zum Thema und zu Ihrem Auftritt. Auftrittsfreude ist der Schlüssel, um Stress und Lampenfieber in den Griff zu bekommen.
Das sechste Modul bietet Ihnen Lösungsansätze, falls Sie sich vor Verlegenheitspausen, Versprechern und Blackouts fürchten.      
Thema der nächsten drei Bausteine sind erfolgversprechende Manöver für den verbalen Schlagabtausch. Im Argumentationssparring trainieren Sie, überraschende Einwände und Gegenargumente wirkungsvoll zu kontern und Fangfragen sowie manipulative Taktiken zu entkräften. Trainiert werden zudem Konterstrategien gegen unsachliche und polemische Attacken der Kampfdialektik.               

Ziel des Rhetoriktrainings: Aufbau neuer Gewohnheiten

Die Vorteile der Lernmethode „Simulation“ liegen auf der Hand, wenn Sie Ihr Argumentationsverhalten nachhaltig verbessern wollen. Denn es gibt keine bessere Trainingsgrundlage als die kommunikativen Situationen Ihres Alltags. Der Aufbau neuer Gewohnheiten ist damit aber keineswegs gesichert. Es ist ratsam, das Rhetoriktraining einzubetten in einen Blended-Learning-Ansatz, der die Stärken des Präsenzcoachings mit denen des mobilen und sozialen Lernens verbindet.

 

Bereits vor der Präsenzveranstaltung machen wir mit Ihnen eine Online-Bedarfsanalyse, in der Sie uns sagen, was Sie brauchen! Wo besteht Lernbedarf, bei welchen Auftrittsszenarien haben Sie Schwierigkeiten. Zur individuellen Vorbereitung gehört zudem das erwähnte Online-Videotraining mit den zehn rhetorischen Tools. Ausgehend von Ihrem Lernbedarf erarbeiten Sie vorab in Eigenregie alle oder bestimmte Themen des Schulungsvideos. Dadurch sind Sie gut eingestimmt auf das Präsenzcoaching.       

Nach dem Präsenzlernen geben wir Ihnen unterstützendes Rüstzeug an die Hand, damit Sie die relevanten rhetorischen Tipps nicht vergessen und die erwünschten Gewohnheiten aufbauen. Je nach Lerntyp stehen Ihnen dabei mobile und soziale Lernwege zur Verfügung. So können Sie sich zum Beispiel über iPad oder Smartphone jederzeit und ortsunabhängig die behandelten Inhalte bedarfsweise vornehmen und wiederholen. Für dieses mobile Lernen stehen das Online-Videotraining sowie Hörbuch und eBook zur Verfügung. Darüberhinaus haben Sie die Möglichkeit, mit dem Coach, dem Vorgesetzten und anderen Lernpartnern Transferschwierigkeiten und passgenaue Lösungswege zur Überwindung zu besprechen.       

Blended Learning bietet – mit dem Herzstück „Simulation“ – die besten Chancen, rhetorische Handlungssicherheit aufzubauen und auch in kritischen und turbulenten Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen und souverän zu navigieren. 

Weiterführende Informationen:

Links zum Blended Learning Seminar:
https://bit.ly/2Coe14F
Argumentationsstark im Business - Souverän in schwierigen Situationen
(Veranstalter: Die Akademie für Führungskräfte)


Mobile Lernangebote

Link: https://amzn.to/2TSY1OS (eBook)
Thiele, A.: Argumentieren unter Stress (überarb. und ergänzte Auflage) Hardcover als eBook

Link: https://amzn.to/2GtIsKi (Hörbuch)

Thiele, A.: Hörbuch Argumentieren unter Stress (bei Campus erschienen)

Link:   https://www.pinkuniversity.de/

Thiele, A.: Argumentieren und überzeugen (Videotraining) Pinkuniversity. (seit Nov. 2018 auch in Englisch 2018 unter dem Titel: „Justification and Pertsuasion Techniques“)

 

Kontaktdaten:
Advanced Training

www.albertthiele.de
www.coaching-at.de

 

Argumentationstraining - Die nächsten offenen Seminare

Argumentationsstark im Business – Souverän in schwierigen Situationen
Referent: Dr. Albert Thiele

 

  • 10.09.2019 – 11.09.2019 Unterhaching b. München
  • 21.11.2019 – 22.11.2019 in Frankfurt am Main

 

Details und Anmeldung: https://bit.ly/2Coe14F

So optimieren Sie Ihre Argumentationsfähigkeit

In diesem Video findest Du Anregungen, um Deine rhetorischen Stärken auszubauen und Verbesserungspotentiale zu erschließen? Aus der Fülle an Argumentations- und Überzeugungstechniken habe ich Dir 6 Themenfelder geclustert, die für den kommunikativen Erfolg besonders wichtig sind:

Die ersten drei Bausteine enthalten Anregungen, um die Qualität Deiner Argumente und deren sprachliche Vermittlung zu verbessern.

In dem vierten Modul geht es um die Frage, wie Du Deine persönliche Wirkung fördern kannst.

Schließlich erfährst Du in zwei weiteren Modulen, wie Du sachliche Einwände kontern und unfaire Attacken abwehren kannst. Dies ist das erste von drei Videos.

Link: https://bit.ly/2W4XEBq

 

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