| |

Multimediale Präsentationen
Chancen und Risiken im internationalen Geschäft
Im schärfer werdenden Wettbewerb ist eine professionelle Präsentationstechnik
unverzichtbar. Wer Erfolg haben will, muss fähig sein, seine Ideen,
Produkte und Leistungsangebote überzeugend darzustellen: In der Neuakquisition
und beim Altkunden genauso wie bei Tagungen, Seminaren und Kongressen. Bei
den meisten Präsentationsanlässen ist die Darstellung über
Notebook und Beamer bereits "State of the Art". Die Präsentationserfolge
bleiben jedoch sehr oft hinter den gesteckten Zielen zurück. Dieser
Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie Qualität und Wirkungsgrad Ihrer Computerpräsentationen
fördern und die Klippen beim Medieneinsatz im internationalen Geschäft
umgehen können. Behandelt werden die Themen:
- Chancen und Risiken der Computerpräsentation
- Tipps für die kundenorientierte Vorbereitung
- Tipps für die kundenorientierte Durchführung
- Tipps für die kundenorientierte Nachbereitung
Chancen der Computerpräsentation
Sinnvoll eingesetzt bietet Multimedia die Möglichkeit, mehr Aufmerksamkeit
zu wecken, die Kernbotschaft nachhaltiger zu verankern, Realität
in einem hohen Maß an Echtheit abzubilden und die eigene Kompetenz
und Überzeugungswirkung "unterschwellig" zu verstärken.
Besondere Chancen sind bei Firmen- und Produktpräsentationen gegeben,
wenn
- Kernkompetenzen, Referenzobjekte und Leistungsangebote
aus dem Hightech-Bereich (Software, IT, Telekommunikation
usw.) darzustellen sind,
- technische Prozesse und Funktionsabläufe oder geplante,
zukünftige "Wirklichkeiten" durch Animation,
Simulation oder
virtuelle Darstellung anschaulich zu machen sind,
- komplexe Bildschirminhalte Schritt für Schritt aufgebaut werden
sollen (z.B. Flussdiagramme, Portfolioanalysen, komplizierte
Schaubilder oder Netzpläne),
- Bildschirminhalte (Software, Layout, Internetseiten, Diagramme
u.ä.) im Dialog mit dem Kunden weiterzuentwickeln sind,
- im internationalen Geschäft Präsentationsseiten kurzfristig
und
kundenspezifisch zu gestalten oder zu aktualisieren sind,
- Text, Fotos, Schaubilder und Grafiken mit dynamische Elementen
(z.B. Animation, Video- und Audioclips, Simulation) verknüpft
werden sollen.
Darüber hinaus ist die computergestützte Darstellung auch bei
anderen Anlässen wie Fachkongressen, Konferenzen, Verkaufstagungen
oder Schulungen sinnvoll oder gar zwingend, wenn während der Präsentation
- ins Internet oder ins Intranet verzweigt werden soll,
- Daten- und Abläufe zu verändern oder zu aktualisieren sind,
- spezielle Fragen auftauchen, die unter Zugriff auf eine
Datenbank, CD-Rom oder DVD beantwortet werden sollen,
- entfernte Personen (z.B. durch Videokonferenz) an der
Präsentation zu beteiligen sind,
- digitale Peripheriegeräte wie Foto-, Video-, Desktopkamera oder
digitale Whiteboards für angestrebte Präsentationsziele
genutzt
werden sollen.
Risiken der Computerpräsentation
Die faszinierenden Möglichkeiten von Multimedia verführen oft
dazu, den Computer unüberlegt einzusetzen, zumal im weltweiten Business.
Negative Konsequenzen sind häufig die Folge: Der Vortragende wird
durch zu viel Technik in den Hintergrund gedrängt und die Zuhörer
bleiben passiv. Der Frontalvortrag erschwert es, eine persönliche
Beziehung zum Kunden aufzubauen. Nachteilig wirken darüber hinaus:
zu lange und gleichförmige PC-Präsentationen, übertriebene
Animationen und Effekthascherei, elektronische "Folienschlachten",
schlechte Kontraste bei der Projektion sowie persönliche Unsicherheiten
beim Einsatz neuer Medien.
Der Vortragende tritt in den Hintergrund
Bewegte Bilder, farbige Charts und Videoeinschübe können die
Aufmerksamkeit der Zuhörer so stark in Anspruch nehmen, dass der
zwischenmenschliche Kontakt auf der Strecke bleibt. Wer sich als Präsentator
mehr auf die Technik als auf den Kunden konzentriert, kann seine wichtige
Rolle als Beziehungsmanager nicht ausreichend wahrnehmen: Er beraubt sich
der Möglichkeit, persönlichen Kontakt zu seinen Zuhörern,
insbesondere zu Schlüsselpersonen, informellen Führern und Entscheidern,
aufzubauen und weiterzuentwickeln. Dabei werden diese "weichen"
Faktoren umso wichtiger, je weniger sich die präsentierten Produkte
von konkurrierenden Angeboten unterscheiden.
Ihre Zuhörer bleiben passiv
Multimedia-Präsentationen werden in der Regel frontal vorgetragen.
Je länger die frontale Darbietung dauert, umso eher werden die Zuhörer
in eine passive Haltung gedrängt. Im ungünstigsten Fall reagieren
sie mit Abbruchgedanken oder Desinteresse. Diese Reaktion ist vor allem
dann wahrscheinlich, wenn die Computerpräsentation an den Erwartungen
der Adressaten vorbeigeht, gleichförmig konzipiert ist und kaum Gelegenheit
zur Interaktion gegeben ist.
Ablenkende Effekte
Die eigentliche Botschaft darf nicht von zu starken Effekten, die sachlich
nicht gerechtfertigt sind, überlagert werden. Dazu gehören extreme
Animationen (Rennwagen- , Lasereffekte u.ä.), 3 D-Diagramme, verschiedenartige
Überblendeffekte, zu viele Schriftgrößen und Farben, ein
unruhiger Hintergrund, zu viele Stimulanzien oder zu lange Videosequenzen.
Computerpräsentation passt nicht zum Szenario
Die Medienfrage kann nicht losgelöst vom konkreten Anlass der Präsentation
geklärt werden. Prüfen Sie daher immer, inwieweit eine Computerpräsentation
zu den Zielen, Inhalten und den Besonderheiten Ihrer Zuhörerschaft
passt. Eine Multimedia-Vorführung ist beispielsweise nur begrenzt
geeignet, wenn Sie im Dialog mit dem Kunden Probleme analysieren und Lösungskonzepte
weiterentwickeln wollen oder wenn die Präsentation nur wenige Minuten
dauert, was den Aufwand einer elektronischen Darstellung nicht rechtfertigt.
Computerpräsentation passt nicht zur eigenen
Persönlichkeit
Besser eine brillante Präsentation am Flip-Chart oder Tageslichtprojektor
als eine dilettantische Darbietung am Computer. Das eingesetzte visuelle
Medium muss zur Persönlichkeit des Präsentators passen. Das
entscheidende Kriterium bleibt in jedem Fall, das Auditorium zu überzeugen.
Falls der PC-Einsatz unumgänglich ist, kommt auch eine Teampräsentation
in Frage, um das rhetorische Können der einen Person mit den multimedialen
Fähigkeiten der anderen zu verbinden.
Risiko technischer Pannen
Erfahrungsgemäß steigt beim Einsatz elektronischer Medien die
Zahl der Sollbruchstellen: Der Computer kann abstürzen, Dataprojektor
oder Infrarotmaus können ausfallen. Es bereitet Schwierigkeiten,
eine bestimmte Folie aufzurufen oder ins Internet zu verzweigen. Im internationalen
Geschäft kommt hinzu, dass man die Besonderheiten des Konferenzraumes
häufig nicht kennt und Kompatibilitätsprobleme auftreten können.
Tipps zur für die kundenorientierte Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung ist unverzichtbar, um eine maßgeschneiderte
Präsentationsstrategie zu finden, Wahl und Einsatz der Medien zu
optimieren und schwierige Situationen bei der Durchführung zu meistern.
Konsequente Kundenorientierung sollte den gesamten Präsentationsprozesses
begleiten. Schlechte Präsentationen sind häufig darauf zurückzuführen,
dass man ohne Kunden- und Situationsanalyse mit der Erarbeitung oder Zusammenstellung
der Bildschirmdarstellung beginnt. Besonders risikoreich ist es, vorgefertigte
Firmen- und Produktpräsentationen zu zeigen, ohne den kulturellen
Besonderheiten und den konkreten Bedürfnissen und Erwartungen des
Kunden Rechnung zu tragen.
Kunden- und Situationsanalyse
Vorinformationen über die "Welt" des Kunden bieten Ihnen
wertvolle Kriterien, um kulturelle Differenzen zu überbrücken,
die Inhalte bedarfsgerecht auszuwählen, das Vortragsniveau festzulegen
und die passenden Medien zu finden. Nutzen Sie zur Beantwortung der folgenden
Fragen alle verfügbaren Informationsquellen (insbes. Online-Recherche;
Customer Relationship Management; persönliche Gespräche mit
dem Kunden, mit erfahrenen Kollegen oder Mentoren aus dem betreffenden
Kulturkreis):
- In welcher Situation werde ich präsentieren?
(Teilnehmer? Anzahl? Namen? Hierarchie? Ressort?)
- Welche Erwartungen und Ziele hat der Kundenkreis
(Probleme und Schwierigkeiten? Entscheidungskriterien?
Besonders wichtige Produktmerkmale?
- Auf welche Rahmenbedingungen muss ich mich einstellen?
(Raumausstattung? Ablauf und Tagesordnung?
Zeitliche Vorgabe? Kundenkontaktpunkte vor und nach der
Präsentation?
- Welche Vorkenntnisse und Einstellungen haben die Zuhörer?
Welche Fachbegriffe und Inhalte muss ich erklären?
Inwieweit haben verwendete Schlüsselbegriffe in dem fremden
Kulturkreis eine andere Bedeutung?
Mit welchen Einwänden und mit welcher Kritik muss ich
rechnen? Gibt es Tabuthemen?
- Wie stehen die Zuhörer zu mir und zu unserem Unternehmen?
Gibt es Gemeinsamkeiten oder positive Projekte der
Vergangenheit, an denen ich anknüpfen kann?
Welche Themen eignen sich für informelle Gespräche
im
Umfeld der Veranstaltung?
Es ist hilfreich, eine Übersicht der wichtigen Erfolgsfaktoren beim
Präsentieren zusammenzustellen (siehe Abbildung) und zu prüfen,
inwieweit diese positiv auf den Kunden wirken (insbes. Inhalt und Aufbau
der Präsentation, Gestaltung der Computerpräsentation, Tischvorlage,
Raum, Vortrag und Dramaturgie, Interaktion und Diskussion; Medieneinsatz,
Kontakte im Umfeld der Präsentation und "After Presentation
Service".
Je mehr Informationen Sie vorab beschafft können über den Kunden
und die Besonderheiten des betreffenden Kulturkreises, um so leichter
wird es Ihnen fallen, alle erfolgswichtigen Faktoren der Präsentation
so einzustellen, dass der (ausländische) Kunde sie positiv wahrnimmt.
Gestalten Sie die Charts Ihrer Computerpräsentation "hirngerecht"
Was bei Bildschirmdarstellungen, Overheadfolien und Hardcopy neben einer
einheitlichen CI-Linie (Layout) gleichermaßen zu beachten ist:
- Eine Aussage pro Folie
- Aussagefähige Überschrift (als "action title")
- Maximal sieben Zeilen pro Textchart
- Schlüsselworte statt Sätze
- Kernbotschaft in der Mitte
- 30 Prozent der Folie freilassen
- Lesbarkeit für alle Zuhörer sichern
- Seriöser Farbeinsatz/Kontraste maximieren
Allgemein gilt: So einfach wie möglich, so wenig wie möglich,
so lesbar und so übersichtlich wie möglich!
Begrenzen Sie die Anzahl der Bildschirmseiten
Weil man auf Knopfdruck - also mit wenig Energieaufwand - Charts ein-
und ausblenden kann, verführen Computerpräsentationen dazu,
die Zuhörer zu überfordern. Ihre Zuhörer müssen eine
Chance haben, die präsentierten Folieninhalte aufzunehmen und zu
verarbeiten. Zu viele Folien bringen die Gefahr mit sich, dass es bei
den Zuhörern zu Gedächtnis-hemmungen kommt. Versuchen Sie daher,
die Menge der Folien zu begrenzen. Weniger ist im Zweifel mehr! Faustregel:
Ein Chart in etwa 90 Sekunden. Den Zeitbedarf für einzelne Charts
und die Präsentation insgesamt können Sie zuverlässig einschätzen,
wenn Sie vorab Ihre Bildschirmpräsentation eins zu eins simulieren
und dabei die Zeit kontrollieren.
Sichern Sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer
Gleichförmige Charts, monotone Animationen, identische Reize langweilen
die Zuhörer. Es fördert die Aufmerksamkeit, wenn Sie zum Beispiel:
- Text- mit relevanten Bildinformation verknüpfen
(z.B. mit Fotos, kurzen Videoclips oder andere Stimulanzien)
- nicht mehr als zwei Textfolien hintereinander zeigen und
Animationseffekte sparsam einsetzen.
- nur einen Übergangseffekt wählen, mit dem Sie die Folie Ihrer
Bildschirmpräsentation einzublenden
- an bestimmten Stellen Ihrer Bildschirmshow interaktive Phasen
einfügen (für Bedarfsanalyse, Verständnisfragen,
Einwände und
Erfahrungsaustausch),
- komplexe Bilder durch Animation Schritt für Schritt aufbauen und
dadurch AHA-Erlebnisse beim Zuhörer sichern,
- ein anderes Medium zwischendurch einsetzen (z.B. Flip-Chart
oder Tischvorlage) oder in einem rein verbalen Teil
beispielsweise eine Anekdote oder persönliche Erfahrungen
vortragen.
Bereiten Sie eine ausführliche Tischvorlage
(Handout) vor
Es fördert die Überzeugungswirkung Ihrer Präsentation und
hilft Missverständnisse zu vermeiden, wenn Sie eine imageförderliche
Tischvorlage in Englisch und - falls möglich - in der jeweiligen
Landessprache erstellen. Übernehmen Sie die im Vortrag verwendeten
Charts inhaltsgleich in die Unterlagen. Der Kunde sollte spüren,
dass die Unterlage individuell für ihn und für diesen speziellen
Anlass entwickelt wurde. Verteilen Sie Ihr Handout bei Auslandseinsätzen
vor der Präsentation.
Drucken Sie die Gliederungsansicht der Folien aus
Während der Präsentation benötigen Sie einen "Spickzettel",
um die nächste Folie anmoderieren und bei Bedarf auf ein spezielles
Chart zurück- oder vorspringen zu können. Bei einer PowerPoint-Bildschirmpräsentation
können Sie zum Beispiel die Folie Nummer 5 dadurch aufrufen, dass
Sie die Ziffer 5 eintippen und die Enter-Taste drücken!
Checken Sie die Ausstattung des Präsentationsraumes
Damit Sie bei Kundenpräsentationen im Ausland keine Überraschungen
erleben, ist es ratsam,
- Informationen über die Ausstattung des Raumes und die
verfügbaren Medien einzuholen,
- dem Veranstalter eine Checklist für die technische Ausstattung
und eine Skizze zur räumlichen Anordnung der Medien
zuzusenden,
- frühzeitig anzureisen, um die Besonderheiten des
Präsentationsraums zu prüfen.
Falls Sie Ihren eigenen mobilen Dataprojektor mitbringen:
- Adapterset und die richtigen Kabel (im Fachhandel erhältlich)
nicht vergessen
(Info zum Beispiel unter www.medium.de)
- Leistungsmerkmale: Mindestens 1000 ANSI-Lumen;
Fernbedienung mit Black-Screen-Funktion sowie Laserpointer;
geringe Geräuschentwicklung (Testen!); Plug & Play;
Trapezkorrektur auf Knopfdruck; eingebaute Zweitlampe; falls
notwendig: Bildausschnittsvergrößerung, um Details
hervorzuheben; Gewicht unter 2 Kilogramm; Transport im
harten, gepolsterten Koffer. Vor der Reise: Anschlüsse
und
Kompatibilität mit Ihrem Notebook testen!
- Prüfen Sie, ob Sie am Zielort Ihrer Präsentation im Falle
eines
Defekts einen Service und eine 24 Stunden-Hotline in Anspruch
nehmen können)
Halten Sie ein Notprogramm bereit
Es gibt Ihnen zusätzlich Sicherheit, wenn Sie für den "worst
case" (z.B. Absturz des Notebooks, Ausfall des Projektors) einen
Foliensatz bereithalten. Spielen Sie auch die Situation durch, dass Sie
Ihre Präsentation rein verbal unter Einsatz eines Flip-Chart oder
anhand der verteilten Tischvorlage durchführen müssen. In jedem
Falle zahlt es sich aus, wenn Sie die Struktur und die Kernbotschaft Ihrer
Präsentation einschließlich griffiger Beispiele im Kopf und
nicht nur im Computer haben.
Tipps für die kundenorientierte Durchführung
Inwieweit Ihre Präsentation aus Kundensicht überzeugend erscheint,
hängt von Ihrem Auftreten, vom inhaltlichen Konzept, der medialen
Unterstützung und Ihrem interaktiven Verhalten ab, das Sie vor, während
und nach der Präsentation zeigen.
Erst der Mensch - dann die Technik
Zu Anfang der Präsentation sollte der persönliche Kontakt zum
Zuhörer und nicht die Technik im Mittelpunkt stehen. Treten Sie freundlich-positiv
und offen vor das Auditorium. Sie fördern "unterschwellig"
Überzeugungswirkung und Sympathiewert, wenn Sie sich dabei dem Kommunikationsstil
des Gastlandes anpassen: In den USA beispielsweise gewinnt der Vortragende
durch dynamisches, gewinnendes Auftreten und durch eine fesselnde, lebendige
Rhetorik (Power Talking). Geschätzt wird eine Anekdote oder eine
unterhaltsame Analogie in der Einstiegsphase; die Kernbotschaft wird plakativ
und farbig herausgestellt; Folien enthalten weniger Informationen als
in Deutschland. In ostasiatischen Ländern hingegen ist man gut beraten,
sich zurückzunehmen, nicht zu "laut" aufzutreten und einen
ruhigen, sachlichen, kompetenten Eindruck in Vortrag und Diskussion zu
hinterlassen. In China verstärken Sie Ihre Kompetenz, wenn Sie viele
Details bringen.
Halten Sie Blickkontakt zum Auditorium
Dies fällt relativ leicht, wenn Sie stehend präsentieren. Mit
Hilfe einer Fernbedienung (Infrarot-, Funk- oder GyroMouse) können
Sie sich frei im Raum bewegen. Dies fördert die Aufmerksamkeit der
Zuhörer und eröffnet mehr Spielraum für Dramaturgie und
Medienwechsel. Falls Sie die Tastatur des Notebooks benötigen, kommen
je nach Szenario zwei Alternativen in Frage: Sie präsentieren entweder
seitlich sitzend oder stehend am Rednerpult, wobei Sie jeweils Ihren PC
im Zugriff haben. Achten Sie darauf, dass Sie den Großteil der Zuhörer
ansehen und zwischendurch das projizierte Bild kontrollieren können.
Fördern Sie die Verständlichkeit
Sprechen Sie bei interkulturellen Meetings langsamer als gewöhnlich
und lassen Sie die Schaubilder länger wirken. Sonst sind aufgrund
der unterschiedlichen Sichtweisen, der sprachlichen Probleme und der kulturellen
Differenzen Verständnisschwierigkeiten vorgezeichnet. Achten Sie
stets auf die körpersprachlichen Reaktionen der Zuhörer und
geben Sie hinreiche Raum für Verständnisfragen. Sie erleichtern
dem ausländischen Zuhörerkreis zusätzlich die Aufnahme
und Verarbeitung der präsentierten Inhalte, wenn Sie
- gegliedert und strukturiert vortragen (Agenda entweder in
Bildschirmpräsentation oder auf Dauermedium einfügen)
- kurze Sätze und einfache Begriffe verwenden
- Abkürzungen erläutern
- Zusammenfassungen und Zwischenresümees einschieben
- Kernargumente dreimal wiederholen
- konzentriert zuhören und starke Antennen für schwache
(Akzeptanz- oder Ablehnungs-) Signale entwickeln.
Zeigen Sie auch in interaktiven Phasen Wertschätzung
Bleiben Sie auch bei Einwänden, wiederholten Fragen oder scheinbar
unsinnigen Beiträgen stets höflich, wertschätzend und partnerschaftlich.
Bedenken Sie in China, dass eine Reihe wichtiger Fragen häufiger
gestellt werden, um die Richtigkeit Ihrer Antwort zu testen. Da alles
protokolliert wird, ist es gefährlich, gewagte Antworten zu geben
oder sich ohne Not festzulegen. Treten Fragen auf, die man nicht beantworten
kann, ist es ratsam, erst nach einem Gespräch mit dem Heimatunternehmen
die zuverlässige Information zu geben. Verzichten Sie in Diskussionen
möglichst darauf, Detailfragen zu stellen, die der Gesprächspartner
nicht beantworten kann. Jeder muss vor den Augen der Anwesenden sein Gesicht
wahren können!
In China und Japan ist es ratsam, die eigene Körpersprache zurückzunehmen.
Dagegen wird es in den USA honoriert und mit Souveränität in
Verbindung gebracht, wenn Sie den gelenkten Standortwechsel nutzen und
zum Beispiel die Distanz zum Fragesteller verringern. Auch wenn Sie die
Landessprache des Kunden nicht beherrschen, ist es ein Zeichen von Wertschätzung,
wenn Sie sich einige Redewendungen und Höflichkeitsfloskeln vorab
aneignen.
Briefen Sie Ihren Dolmetscher
Sprechen Sie mit ihm die gesamte Präsentation durch und prüfen
Sie, inwieweit er die notwendigen Fachausdrücke und Abkürzungen
verstanden hat. Lassen Sie über den Dolmetscher klären, welche
Verzahnung von Präsentation und Diskussion gewünscht wird, welche
fachliche Spezialisierung die Zuhörer haben und welche Fragen und
Gesichtspunkte besonders wichtig sind. Diese Punkte gewinnen vor allem
dann an Bedeutung, wenn Sie wenig Vorinformationen gewinnen konnten und
wenn sich die Zusammensetzung des Gremium kurzfristig ändert. Bitten
Sie Ihrer Dolmetscher, Sie über gruppendynamische Entwicklungen und
Diskussionen innerhalb des Zuhörerkreises auf dem laufenden zu halten.
Sprechen Sie nicht länger als ein bis zwei Minuten, bevor Ihr Dolmetscher
die Übersetzung anschließt.
Bleiben Sie flexibel
Auch wenn Sie eine Darstellung am Bildschirm noch so gut ausgearbeitet
haben, können Sie niemals mit Gewissheit sagen, wie Ihre Zuhörer
darauf reagieren werden. Stellen Sie sich daher auf neue Situationen und
Wünsche Ihres Auditoriums flexibel ein.
Flexibilität ist auch gefragt, wenn sich die Rahmenbedingungen kurzfristig
ändern. So kann es vorkommen, dass die Präsentationszeit gekürzt
wird oder dass sich das Auditorium anders zusammensetzt als angekündigt.
Nutzen Sie vorher definierte Präsentationspfade und Links, um rasch
Folien anzusteuern, die nach Ihrer Einschätzung besonders wichtig
sind und die zu der veränderten Situation passen.
Tipps für die kundenorientierte Nachbereitung
Vernetzte Notebooks erlauben es, Ergebnisse, Vereinbarungen, offene Fragen
und sonstige relevante Kundeninformationen ohne zeitlichen Verzug einzugeben
und per Email zu versenden. Zugesagten Folgeaktivitäten können
dadurch im Rahmen des After Presentation Service professionell und kundengerecht
veranlasst werden. In vielen Veranstaltungen kann man über Digitalkameras
präsentierte Inhalte und Arbeitsergebnisse an Pinnwand oder Flip-Chart
sofort fotografieren und Anschriebe an digitalen Whiteboards unmittelbar
in Protokolle einbinden und anderen zur Verfügung stellen.
Als Präsentator sind Sie auch Beziehungsmanager
Bei Computerpräsentationen ist es fahrlässig, den emotionalen
Kontakt zum Kundenkreis zu vernachlässigen. Das Mensch-zu-Mensch-Verhältnis
ist wichtiger für Vertrauensbildung und Entwicklung einer langfristigen
Partnerschaft als Digitaltechnik und Multimedia. Achten Sie deshalb vor,
während und nach der Präsentation darauf, dass entlang der gesamten
Kontaktkette die Wirkung auf den Kunden positiv ist. Der Kunde muss spüren,
dass er stets im Mittelpunkt steht und dass es dem Präsentator Freude
macht, mit Ihm zu sprechen und mit ihm gemeinsam seine Probleme zu lösen.
Schenken Sie Ihrem Gesprächspartner mindestens so viel Aufmerksamkeit
wie dem präsentierten Thema.
|
|